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Dioptrienausgleich - mal anders und viel besser

Dioptrienausgleich - mal anders und viel besser

Beitragvon Jörn » 20.10.2011, 23:42

Vergessen Sie den klassischen Dioptrienausgleich (ein Auge schließen, per Mitteltrieb scharfstellen, dann das andere Auge schließen und per Dioptrienausgleich erneut einzeln scharfstellen).
Das ist Murks, auch wenn man es seit Jahrzehnten schon so praktiziert und als den Stein der Weisen verkauft.
Grund: Unsere Augen stellen auch auf ein normalerweise leicht unscharfes Bild scharf; das letzte Quentchen an Dioptrienausgleich stellen wir also nicht mit dem Rädchen ein, sondern unbewusst durch unser Auge selbst.
Das können Sie leicht ausprobieren: Stellen Sie das Fernglas leicht unscharf ein: Sie werden feststellen, dass sie mit etwas Mühe dennoch wieder ein scharfes Bild erhalten – unser Auge machts möglich; leider kommt dies dem richtigen Dioptienausgleich in die Quere: Unser Auge stellt bereits scharf, noch bevor die richtige Dioptrieneinstellung erreicht ist.
Wenn man sein Glas auf diese Weise einstellt, führt dies dazu, dass ständig eines unserer beiden Augen leicht unscharf sieht, was nicht weiter auffällt, da unser Auge unter Anstrengung ausgleicht, was eigentlich Sache des Glases wäre.
Die Folge: Schnellere Ermüdung der Augen und Unwohlsein, insbesondere bei längerem Einsatz in der Dämmerung.

Besser so:
Mit dem Mitteltrieb (das Auge geschlossen, auf das der Dioptrienausgleich wirkt) auf das erste Auge scharfstellen, dann das zweite Auge zusätzlich öffnen und den Dioptrienausgleich so weit verstellen, bis das Bild durchweg angenehm wirkt. Ja, angenehm, nicht zwingend scharf. Wenn Sie's praktisch ausprobieren, werden Sie genau merken, was ich meine.
Bei falscher Dioptrieneinstellung wirkt das Bild nämlich nicht zwingend unscharf, aber schlicht unangenehm, weil unser Gehirn deutlich mehr arbeiten muss, um noch etwas Vernünftiges aus den ungleich scharfen Bildern zu produzieren.
Sobald das Bild wie eine Erleichterung auf die Augen wirkt, stimmt der Dioptrienausgleich – ohne dass unsere Augen dazwischenfunken, weil beide gleichzeitig beteiligt sind.

Probieren Sie's aus: Insbesondere bei schwachem Licht werden Sie feststellen, dass Sie bedeutend ermüdungsfreier und längere Zeit durchs Glas schauen können.
Jörn
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