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Die Geschichte unseres Bläserkorps

Unsere Bläser

Die Geschichte unseres Bläserkorps

Beitragvon HR4 » 17.11.2011, 19:57

Seit über 40 Jahren existiert nun schon das Jagdhornbläserkorps des Hegerings 4 Rheinhausen.
Idealismus und Freude an der jagdlichen Musik sind die wesentlichen Gründe für den Zusammenhalt: Alte Gebräuche dürfen nicht in Vergessenheit geraten.
Jagdhornblasen gehört zu den traditionsreichen Gütern in unserer Kulturlandschaft und ist der schönste Teil des traditionellen jagdlichen Brauchtums.
Brauchtum und Tradition fördern die Kameradschaft, die Hilfsbereitschaft untereinander und stärken das "Wir-Gefühl".
Aus dieser Einstellung erklärt sich das lange Bestehen unseres Jagdhornbläserkorps.

An einem Montag, dem 23. Februar 1970 um 19.00 Uhr, fand die erste Zusammenkunft für das Jagdhornblasen, und damit die Gründung des offiziellen Jagdhornbläserkorps des Hegerings 4, unter Leitung vom legendären Oberförster Erich Marx aus Neukirchen-Vluyn (Revierleiter Vluynbusch) und dem Hegeringmitglied Heinz Brinkmann aus Rumeln im Lokal "Jägerhof" in Kapellen-Holderberg (heute bekannt als "Pfannekuchenhaus") statt.

Erster Übungsleiter wurde Alfons Otten. Zu den Bläsern der ersten Stunde zählten nach einer alten Aufzeichnung die WG Heinz Brinkmann, Heinz-Dieter Grotepaß, Ingrid Jansen, Theo Jansen, Willi Kaufmann, Friedhelm Kerstan, Heinz Letsch, Hans Merkamp, Gerhard Merkamp, Alfons Otten, der bekannte Rumelner Jagdaufseher Josef Pawlety, Burghard Schefels, Christl Schulz, Fritz Schulz, Josef Weis und Jörg Zahn. Viele dieser Gründungsmitglieder sind leider schon verstorben, werden aber im Herzen der Bläsergruppe immer lebendig bleiben.

Am Anfang wurden die klassischen Jagdsignale geblasen. Bald schon strebte man höhere Ziele an und die ersten Märsche wurden einstudiert.
Ihren ersten öffentlichen Auftritt hatte die Bläsergruppe am 20. März 1971 anlässlich des Jägerballs im "Haus Waldborn" in Rumeln.
Zahlreiche interessierte Waidgefährten gesellten sich im Laufe der Jahre hinzu. Eine Auflistung vom 15. Mai 1972 zählte bereits 24 aktive Bläserinnen und Bläser.

Ihren ersten "öffentlichen Höhepunkt" erlebte die Bläsergruppe am 21. Juli 1974, als sie zusammen mit dem damaligen Kreisgruppen-Korps Moers unter Leitung von Hornmeister Heinz Letsch am Landeswettbewerb im Jagdhornblasen in Düsseldorf teilnahmen.
Am 22. Oktober 1977 wurde zur ersten offiziellen Bläserjagd im Revier des unvergessenen WG Gerhard Wittfeld in Rinnen/Eifel geblasen. Bis zum Tod von Gerhard Wittfeld Anfang 2006 fanden solche gemeinsamen Jagden regelmäßig in seinen verschiedenen Revieren von der Eifel bis nach Kevelaer am Niederrhein statt.
Die Bläsergruppe ist WG Gerhard Wittfeld als ihrem größten Förderer noch heute über den Tod hinaus in Dankbarkeit verbunden.

Gemeinsame Jagden wurden im Laufe der Jahre immer wieder einmal durchgeführt, die bestehende gute Bläser- und Jagdfreundschaft konnte weiter gefestigt werden.
Diese Tatsache konnte auch nicht 1980 das Ausscheiden des Korpsleiters Alfons Otten trüben, dessen Nachfolger Heinz-Dieter Grotepaß wurde.

1981 standen die Räumlichkeiten im Jägerhof nicht mehr zur Verfügung. Da stand die Frage offen, einen geeigneten Platz zu finden, um die Übungsabende fortzusetzen.
Mitbläser Dr. Ernst Schöffmann, auch Mitglied des Reit- und Fahrvereins Ziethen, schlug als Übergangslösung die Reithalle des Reitvereins vor.
Unter starkem Pferdegeruch und Ammoniakdämpfen, ohne Sitzgelegenheit, wurde kräftig weiter geübt, bis einige Bläser eine Möglichkeit im "Haus Bergmann" in Moers-Schwafheim ausfindig machten. 1983 wechselten sie allerdings zum Reiterhof Klinger - und wegen eines doch allzu rustikalen Ambientes stand dann ein weiterer Wechsel zum "Haus Waldborn" in Rumeln bevor.
Dort hatte das Jagdhornbläserkorps bis 1990 eine Übungsmöglichkeit. 1991 erfolgte eine "Umsiedlung" in die Rheinhauser Gaststätte "Ohlmann". Aus Altersgründen und ohne Nachfolger wurde die Gaststätte leider geschlossen; ab 2007 fand die Bläsergruppe bis heute ihre Bleibe in der Traditionsgaststätte "Zum Reichsadler" in Rheinhausen.

Zahlreiche öffentliche Auftritte standen und stehen auf dem Terminkalender, die Bläserinnen und Bläser leisten damit einen wichtigen Beitrag zur jagdlichen Öffentlichkeitsarbeit.
Neben Hubertusmessen, Ausstellungen, Auftritten in Altenheimen oder auf Weihnachtsmärkten sowie Geburtstagen ehrte das Bläserkorps manches Mal verstorbene Waidgefährten mit einem letzten Halali.
Seit dem Landeswettbewerb im Jagdhornblasen auf Burg Satzvey 1986 nimmt das Jagdhornbläserkorps in unregelmäßigen Abständen an den Wettbewerben mit Erfolg teil.

Im Jahre 1995 feierte die Bläsergruppe ihr 25-jähriges Bestehen mit einem großen Freundschaftsblasen, an dem mehr als 200 Bläserinnen und Bläser im Rheinhauser Volkspark teilnahmen. Anschließend erlebten die Teilnehmer bis in den allerfrühsten Morgen ein rauschendes Bläserfest auf der berüchtigten und über die Stadtgrenzen bekannte "Sioux-Montana-Ranch" in Rheinhausen-Friemersheim. Dieses Fest ging nicht nur in die Geschichte der Bläsergruppe, der Ranchbesitzer oder des Caterings ein, sondern auch in die Presse und die Polizeiberichte...
Alle werden sich aber letztendlich nur positiv an diese Großveranstaltung erinnern.
Auch eine mehr als 100 Seiten starke Festschrift fand den Beifall der vielen Gäste. Eine Fortsetzung ist für die 50-Jahr-Feier angedacht.

Anteil am positiven Werdegang der Bläsergruppe hatten natürlich auch die musikalischen Leiter Alfons Otten, Heinz-Dieter Grotepaß, Heinz Letsch, Adolf Fußbahn, Paul-Gerhard Reuter und der Augsburger Trompetensolist Peter Weber.
Seit 2001 dirigiert erstmals eine Bläserin das Jagdhornbläserkorps: Unter Ulrike Falken findet ein mehrstimmiges Blasen seine erfolgreiche Fortführung. Außerdem übernimmt sie seit vielen Jahren die Ausbildung zur Erlangung des Bläserhutabzeichens. Nachwuchssorgen bestehen nicht; daher blicken die derzeit insgesamt 34 aktiven Bläserinnen und Bläser zuversichtlich in die Zukunft.

Wünschen und hoffen wir, das die Gemeinschaft des Jagdhornbläserkorps Hegering 4 Rheinhausen auch weiterhin bestehen wird und man zu Recht sagen darf:
Sie haben das Jagdhornblasen im Blut und schon durchaus eine Geschichte!

Claus Falken, HL
HR4
HL/SO
 
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